*****man® VII
Für Julia.

 

Hmmm... Sollte vielleicht mit Matell reden, ob ich den Namen verwenden darf, solange halt Sternchen im Titel. Zur Vorgeschichte: Der Mann ist allmächtig. Und unangreifbar, weil es nur eine Sache gibt, die ihn interessiert, und die hat er. Und er hat einen großen Feind. Mich.

 

Jeder Atemzug brachte ihm andere Gerüche. Er atmete ganz ruhig. Versuchte jeden Atemzug genau zu erfassen. Nichts zu verlieren davon. Kein Atemzug war gleich. Er liebte Blumen. Sah die feinen Gefäße, die durch die Blüten führten. Die Farben, die nie ein Mann mischen können würde in der Sonne, ihre Form. Hörte Grillen singen. Jede Blüte unterschied sich von den anderen, und er war stolz, dass es so viele Pflanzen gab. Er fühlte die Blätter über seine Backen streichen, war den Blumen ganz nah. Erinnerte sich halb an das letzte Mal, dass er so etwas gefühlt hatte. Wie er Blumen auf Beton gepflanzt hatte auf einem Platz in der großen Stadt. Er hatte nie nach dem Namen der Stadt gefragt. Die Blumen standen immer noch da, womit er nicht gerechnet hatte.

Er blickte auf, bevor sie ihn sehen konnte, weil er ehrlich sein wollte. Er hatte sie bemerkt.
Er hatte Angst gehabt, damals. Er wusste nicht, was passieren würde, wenn er wiederkam --- er war nicht wiedergekommen. Auch jetzt hatte er Angst.

Er konnte sich nicht erinnern, ob man ihn in der Stadt beobachtet hatte. Es hatte ihn nicht interessiert, damals. Und auch danach war es ihm egal gewesen, ob. Auch wenn er gern in ihren Gesichtern gelesen hätte. Sie sah ihm zu. Und er verstand ihren Blick. Er sah tausende von Blumen, die Umrisse davon, ein Heer von bunten Farbpunkten im Grün. Versuchte, vor ihren Augen eine Pflanze zu machen. Die feinen Gefäße waren nur Leitungen, und er fühlte dass es vor ihren Augen, die auch die seinen waren, keine Struktur gab, die schöner dabei war wie eine andere. Versuchte zu verhindern, dass sie sich davor ekelte. Versuchte Farben dazwischenzuhängen, die nicht zu blass waren für sie. Und auch nicht unwahrscheinlich bunt. Wusste nicht mehr genau, ob die Blüte durchscheinend oder dick sein sollte. Er fand keine Farbe, wählte gelb. Ihr war es egal, welches Blätterwerk er nahm, was es für eine Form hatte. Er konnte jedes beliebige nehmen, sah er auf einmal, die Form war egal. Und viele Formen gab es nicht. Er hatte Angst, sich zu wiederholen. Und wusste, dass er das tat. Nahm Blätter mit Zacken, die sie ein wenig zu mögen schien. Je länger er sie beobachtete, desto mehr konnte er fühlen, was sie sah. Versuchte, die Zackenform leicht zu verändern, aber da schien sie ihm schon zu entgleiten. Mit einem Ruck pflanzte er die Blume ein, was er sonst nie tat. Die Wurzeln befanden sich trotzdem an der richtigen Stelle. Sah sie an. Sie brauchte ihn nicht zu fragen, warum er Blumen liebte. Brauchte ihm nicht zu sagen, dass sie sie nicht mag.

Er sah ihr noch lange hinterher. Auch noch als sie gegangen war. Und als es dunkel wurde. Mit ihrer Einstellung zu arbeiten, das merkte er, war nicht gut für ihn. Dann machte er sich ein Licht. Er hatte noch viel zu tun, bevor es Morgen wurde. Die Schatten, die die helle Flamme warf, gefielen ihn. Er ließ sie ganz ruhig brennen, und hell. Er wollte dunkelgrüne Pflanzen mit ganz feinen Blättern für sie schaffen.